Warum ein Entfernungswerkzeug sich beweisen muss
Die meisten „PDF-Metadaten entfernen"-Programme leeren ein paar Felder und geben eine Datei zurück. Zwei Dinge gehen dabei regelmäßig schief, und keines davon sieht man ohne Nachprüfen.
Das Objekt überlebt das Löschen. /Metadata aus dem Katalog zu nehmen löst das XMP-Paket nur ab — gelöscht ist es nicht. Die meisten Schreiber serialisieren jedes geparste Objekt, referenziert oder nicht, das Paket steht also weiter in der Datei und wird von allem gelesen, was Objekte durchgeht statt dem Katalog zu folgen. Dieses Werkzeug führt nach jeder Entfernung einen Erreichbarkeitsdurchlauf aus und verwirft alles, worauf nichts mehr zeigt, einschließlich der Waisen, die schon vorher darin lagen.
Das Speichern ist inkrementell. Einen bereinigten Katalog an die Originalbytes anzuhängen lässt den alten Katalog samt allen Werten weiter oben unversehrt. Ihn zurückzuholen kostet einen Befehl. Dieses Werkzeug schreibt die Datei stets vollständig neu.
Der Prüfdurchgang
Nach dem Schreiben werden die neuen Bytes erneut geöffnet und von Grund auf gelesen. Sie bekommen für jedes Feld einen Wert vorher und nachher, und danach eine tiefere Prüfung: jeder entfernte Wert wird in allen Zeichenketten, allen Dictionary-Schlüsseln und allen dekodierbaren Strömen der geschriebenen Datei gesucht.
Daraus ergibt sich je Wert eine von drei ehrlichen Antworten:
- Weg — nirgends in der Ausgabe gefunden.
- Noch in der Datei — als Fehler gemeldet. Nicht unter den Teppich gekehrt.
- Im Seiteninhalt gefunden — der Wert steht auf der Seite selbst, und kein Metadatenwerkzeug kann ihn entfernen. Dafür braucht es echte Schwärzung, und das Werkzeug sagt es, statt Sauberkeit zu suggerieren.
Was entfernt werden kann
Das gesamte Info-Dictionary (auf Wunsch mit erhaltenem Titel), eigene Info-Schlüssel, /Producer und /Creator, das XMP-Paket, /PieceInfo auf Dokument- und Seitenebene (InDesign und Illustrator lassen dort viel liegen), Strukturbaum und MarkInfo, eingebettete Dateien, JavaScript in all seinen Verstecken, /OpenAction und zusätzliche Aktionen, Anmerkungen sowie die Dokument-ID im Trailer, die jede Fassung mit dem Original verbindet.
Das Entfernen des Strukturbaums zerstört die Barrierefreiheit für Screenreader-Nutzer, deshalb ist es standardmäßig aus und warnt beim Einschalten.
Datenschutz
Die Datei wird im Browser gelesen und neu geschrieben. Sie wird nie hochgeladen — die einzig sinnvolle Anordnung für ein Werkzeug, dessen Zweck es ist, Informationen zu entfernen, die Sie nicht teilen wollen.
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