Warum sich Aushöhlen lohnt
Ein massiv gedrucktes Harzteil ist größtenteils vergeudetes Material. Eine 60 mm hohe Büste fasst gut 40 cm³ Harz; dieselbe Büste mit 2 mm Wandstärke fasst rund 10 cm³ und druckt mit deutlich geringerer Saugkraft auf der FEP-Folie, weniger Schrumpfspannung und einer viel kleineren Rissgefahr beim Aushärten. Beim FDM-Druck bekommst du durch Aushöhlen vor dem Slicen einen echten Hohlraum statt bloß einer Füllprozentzahl.
Wie dieses Werkzeug vorgeht
Aushöhlen lässt sich nicht an den Dreiecken erledigen. Die Innenwand ist die Fläche in konstantem Abstand innerhalb der Außenfläche, und diese Fläche hat fast nie dieselbe Gestalt: dünne Details verschwinden, getrennte Bereiche wachsen zusammen, Innenkanten runden ab. Jede Facette entlang ihrer Normalen zu versetzen erzeugt sich selbst durchdringenden Unsinn, sobald das Teil nicht konvex ist.
Deshalb macht dieses Werkzeug dasselbe wie ein Resin-Slicer. Es tastet den vorzeichenbehafteten Abstand zu deiner Oberfläche auf einem regelmäßigen Gitter ab, extrahiert die Isofläche bei minus der Wandstärke, dreht ihre Orientierung so, dass sie in den Hohlraum zeigt, und hängt sie an das unveränderte Außennetz an. Alles läuft im Browser — das Modell wird nie hochgeladen.
Was das praktisch bedeutet
- Die Innenwand wird auf einem Gitter neu abgetastet, die erreichbare Genauigkeit der Wandstärke liegt also bei etwa einer Gitterzelle. Die Zellgröße steht neben dem Ergebnis.
- Die Außenfläche wird nie angefasst. Die Außenseite des Teils besteht exakt aus den Dreiecken, die du hochgeladen hast.
- Aushöhlen ergibt nur bei einem geschlossenen Modell einen Sinn. Bei einem offenen ist „innen“ nicht definiert und das Ergebnis nicht belastbar — repariere es vorher.
- Details, die dünner sind als die doppelte Wandstärke, bleiben massiv. Das ist richtig so und kein Fehler.
Danach: Ablauflöcher bohren
Ein hohles Harzmodell ohne Ausgang schließt unausgehärtetes Harz ein. Es kann die Wand unter Druck aufreißen oder später zu einem schweren Klumpen aushärten. Setze vor dem Druck immer mindestens zwei Ablauflöcher — eines zum Ablaufen, eines zur Belüftung.
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