Der 20-mm-Würfel, der als 0,787 ankam
STL-, OBJ- und PLY-Dateien sind Listen von Koordinaten. Keines der drei Formate speichert irgendwo eine Einheit. Ein Punkt bei 20.0 kann 20 Millimeter, 20 Zentimeter, 20 Zoll oder 20 Meter bedeuten — die Zahl allein sagt es nicht, also muss jedes Programm, das die Datei öffnet, etwas annehmen. Slicer nehmen Millimeter an. SketchUp exportiert in Zoll. Ein CAD-Programm in Metern schreibt 0.02 für einen 20-mm-Würfel.
Deshalb taucht ein 20-mm-Kalibrierwürfel als 0,787 Einheiten auf: 20 ÷ 25,4. Die Korrektur ist eine einzige Multiplikation — man muss nur wissen, welche.
Was dieses Werkzeug tut
Es misst den Hüllquader und rechnet aus, wie groß das Modell unter jeder plausiblen Auslegung wäre: Millimeter, Zentimeter, Zoll, Meter sowie die beiden Umrechnungsfehler, die tatsächlich vorkommen — ein durch 1000 geteilter Export und ein Millimetermodell, das durch eine Zoll-Umrechnung gelaufen ist. Jede Kandidatin wird danach bewertet, wie realistisch die entstehende Größe für ein gedrucktes Teil ist, mit einem Bonus, wenn alle drei Maße auf ganzen Millimetern landen — sauber erstellte Objekte tun das meist, falsch skalierte fast nie.
Die gesamte Rangfolge wird mit den jeweiligen Maßen angezeigt, nicht nur eine Antwort, und die Begründung steht dabei. Es ist eine Schlussfolgerung, keine Messung. Sie entscheiden.
Wenn es kein Raten ist
3MF und STEP deklarieren ihre Einheiten, und diese werden aus der Datei gelesen statt abgeleitet. Das unit-Attribut eines 3MF wird direkt übernommen; die Längeneinheit einer STEP-Datei stammt aus deren Kopf.
Was dabei am häufigsten schiefgeht
- Das Volumen wächst mit der dritten Potenz des Faktors. Ein Modell zu verdoppeln verdoppelt nicht das Harz — es verachtfacht es. Die Vorher-Nachher-Tabelle nennt den Multiplikator ausdrücklich.
- Achsweises Skalieren rettet ein Modell, das auf einer Achse gestaucht ankam; eine gleichmäßige Skalierung kann das nicht.
- Gebacken, nicht transformiert. Der Maßstab geht in die Eckpunktpositionen selbst. STL hat keinen Platz für eine Knotentransformation, alles darauf Beruhende ginge beim Export verloren.
Wofür man es braucht
SketchUp- und Fusion-Exporte retten, ein Ersatzteil auf ein gemessenes Maß bringen, ein Modell auf Druckbettgröße bringen und ein Teil vor dem Slicen gegen die Bauräume von siebzehn Druckern prüfen.
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